Sächsisch und stolz drauf: Quarkkäulchen

Kürzlich ist es mir wieder passiert: „Darf ich mal fragen, woher du kommst?“ Ich: „Äh, ja klar, aus Sachsen.“ Ein Kichern als wäre mein Gegenüber 13. „Hört man. Klingt irgendwie süß.“ Dazu noch ein Blick mit einer Mischung aus Belustigung und Mitleid, als wäre ich etwas minderbemittelt.
In solchen Momenten möchte ich mich am liebsten umdrehen und gehen. Mache ich natülich nicht, ich lächle freundlich und entgegne irgendetwas Witziges. Insgeheim frage ich mich allerdings, ob mein Gesprächspartner auch auf die Idee kommen würde, einen Bayern, Schwaben oder Berliner nach seiner Herkunft zu fragen…
Mir wurde sogar schon in einem Vorstellungsgespräch gesagt: „Ihren Dialekt legen Sie dann aber ab, wenn wir Sie einstellen.“ WTF??? Sächsisch mag nicht unbedingt sexy klingen. Der Autor von „Generation Beziehungsunfähig“ ist sogar der Meinung, es wäre der abtörnenste Dialekt ever. Sei es drum, ich komme aus Sachsen, ich spreche Sächsisch und das ist gut so!

Blühende Landschaften Foto: Markus Pfeifer

Egal wo auf der Welt ich es höre – und das ist mir schon oft passiert, wir sind schließlich ein sehr reisefreudiges Völkchen, löst es bei mir sofort ein Gefühl von Wärme, Geborgenheit und Verbundenheit aus.
Wir Sachsen sind ziemlich helle Köpfchen. Nicht ohne Grund gehören unsere Universitäten zu den besten Talentschmieden Deutschlands, tolle Erfindungen kommen aus unserer Region und wir haben eine riesige Kunst- und Kulturlandschaft, die ihres Gleichen sucht. Bei all der Innovationsfreude pflegen wir liebevoll unsere Traditionen. Wer zur Weihnachtszeit schon einmal im Erzgebirge war, wird wissen was ich meine. Und wir sind natürlich auch Genussmenschen: Stollen, Eierschecke, Wickelklöße, Klitscher, Quarkkäulchen… :)


Quarkkäulchen
4 Portionen

Quarkkäulchen

500 g Pellkartoffeln
500 g Magerquark
150 g Mehl
50 g Zucker
1 TL gemahlene Vanille
1 Eigelb
1 Zitrone
Butterschmalz
Zimt
Zucker
Apfelmus

Die Pellkartoffeln am Vortag kochen.
Am Tag der Zubereitung Quark in ein Sieb geben und abtropfen lassen.
Kartoffeln schälen und durch die flotte Lotte drehen.

Flotte Lotte

Quark, Mehl, Zucker, Vanille, Eigelb und etwas Zitronenabrieb hinzugeben.
Alles verkneten, so dass ein gleichmäßiger Teig entsteht.
In zwei Portionen teilen und zu Rollen formen.

Quarkkäulchen

Butterschmalz in der Pfanne erhitzen.
Die Rollen in circa ein-Zentimeter-dicke Scheiben schneiden und im heißen Fett von beiden Seiten goldbraun braten.

Quarkkäulchen

Zimt und Zucker mischen.
Quarkkäulchen auf Teller verteilen, mit Zimt-Zucker bestreuen und mit Apfelmus servieren.

Wer Rosinen mag, kann bis zu 50 Gramm am Vortag in etwas Rum einlegen und am Zubereitungstag abgetropft zum Teig geben. Dann wird er etwas süßer und benötigt nicht mehr so viel Zimt-Zucker.
Den Teig gerade so lange kneten, bis alle Zutaten gleichmäßig verteilt sind. Er sollte noch ganz leicht an den Händen kleben. Klebt er zu stark, noch etwas mehr Mehl hinzufügen, aber nicht zu viel, damit die Quarkkäulchen immer noch schön locker bleiben.
Die Quarkkäulchen drückt es beim Schneiden in die typische, ovale Form. Wer das nicht mag, kann sie auch mit den Händen wieder zu Kreisen formen.
Statt Apfelmus passt auch ein Pflaumenkompott oder Quittenmus hervorragend – je nachdem, was euer Vorratsschrank hergibt. Ansonsten könnt ihr ein Apfelkompott auch ganz einfach selbst herstellen.


Also, ich bin stolz darauf, eine waschechte Sächsin zu sein. :) Und heißt es nicht auch „In Sachsen, wo die schönen Mädchen wachsen…“ ;) Wer außer des Rezepts und des tollen Bildes von „blühenden Landschaften“ (stammt im Übrigen nicht von mir, sondern von Markus Pfeifer) noch mehr Beweise braucht, wie toll es hier ist, dem empfehle ich mal einen Blick auf die So geht sächsisch-Seite.

Auf bald
Claudia.

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