Bloggerinnen-Menü in sechs Gängen

Ein Menü ist für gewöhnlich eine Speisenabfolge, die direkt hintereinander – vielleicht über Stunden hinweg, aber doch direkt aufeinanderfolgend – eingenommen wird. Idealerweise gemeinsam mit lieben Menschen, die den Sinn für gutes Essen teilen. Nun ist das bei uns viel beschäftigten Bloggerfreundinnen etwas schwierig, einen gemeinsamen Kochtermin zu finden, noch dazu wenn die Küchenfeen weit, weit übers Land verstreut wohnen.

Wochenmarkt

Anja von schönes + leben hatte die wundervolle Idee zu einem virtuellen Überraschungs-Menü. Sechs Gänge – sechs Bloggerinnen. Saisonal und regional sollte es sein, idealerweise gleich mit Shoppingtipps, wo die Zutaten zu bekommen sind. Na da hab ich doch laut „hier“ gerufen. :) Da ich auch gern überrascht werden wollte und ein bißchen die Herausforderung suchte, hab ich mir einen Gang zuteilen lassen.

*trommelwirbel* Es ist… Ach, schön mit der Ruhe, genießen wir erstmal die anderen Gänge. Das Dessert findet ihr ganz unten.

Ähm ja, tata, und dann bin ich dran, mit dem zweiten Hauptgang, wahlweise vegetarisch oder vegan. Da ja keine von uns vorher wusste, was die anderen so zaubern, wollte ich etwas kreieren, dass sich gut in so ziemlich jede Abfolge einfügt, nicht zu abgedreht, dennoch raffiniert, leicht (immerhin gab es schon drei Gänge plus Aperitif) und mit einfachem Rezept, das jeder mag. Ich präsentiere:


Kartoffeltaschen mit Mangold
4 bis 6 Portionen

Kartoffeltaschen

300 g mehlig kochende Kartoffeln
100 g Parmesan
30 g Butter
4 Eigelb
150 g Mehl
Salz
150 g Mangold
1 Schalotte
1 Knoblauchzehe
1 El Olivenöl
50 g Ricotta
50 g Paniermehl

Kartoffeln in der Schale weich kochen, schälen und durch die flotte Lotte pressen.
Den Parmesan fein reiben. Die Hälfte zur Kartoffelmasse geben, die andere Hälfte beiseite stellen.
Butter schmelzen, mit drei Eigelb zu den Kartoffeln geben und salzen. Die Masse gut verkneten und nach und nach das Mehl unterheben.
Mangold putzen und sehr fein schneiden.

Mangold

Zwiebel und Knoblauch schälen, fein hacken und in Olivenöl glasig dünsten.
Mangold dazu geben und zusammenfallen lassen. Mit Salz und Pfeffer würzen.
Ricotta, Paniermehl und die zweite Hälfte des geriebenen Parmesans unterheben.
Den Kartoffelteig auf einer bemehlten Fläche dünn ausrollen und Kreise ausstechen.
Jeden Kreis mit wenig Füllung belegen, so dass ein breiter Rand bleibt.

Kartoffeltaschen

Den Rand mit dem verbliebenen Eigelb einpinseln und zu Halbmonden zusammenklappen.
In einem großen Topf mit Salzwasser circa drei bis vier Minuten kochen.
Mit einer Schaumkelle herausheben und abtropfen lassen.
Etwas Butter in einer Pfanne schmelzen und die Kartoffeltaschen darin kurz durchschwenken.
Mit Parmesan bestreut servieren.

Die Kartoffeln könnt ihr im Unterschied zu Gnocchi-Rezepten auch schon am Vortag kochen.
Die Füllung lässt sich natürlich variieren. Ursprünglich hatte ich sie mit Radieschengrün geplant, gab es aber zu dem Zeitpunkt leider gerade nicht. Spinat geht das ganze Jahr über, notfalls als TK-Ware, dann aber gut abtropfen lassen.
„Dünn ausrollen“ heißt hier in etwa drei Millimeter stark. Der Teig sollte die Füllung problemlos halten können, aber auch nicht zu dick sein, sonst wird jede Tasche sehr mächtig.
Widersteht bitte der Versuchung zu viel Füllung auf die Kreise zu legen, ihr würdet es bereuen. Etwa ein halber Teelöffel reicht aus, vertraut mir. ;)
Achtet darauf, dass die Taschen gut verschlossen sind, nicht dass die ganze schöne Füllung am Ende im Kochwasser schwimmt.


Die Zutaten habe ich, bis auf das Mehl, den Parmesan, den Ricotta und das Paniermehl, auf dem Chemnitzer Wochenmarkt gekauft. Ich hatte das große Glück mal Freitagfrüh da zu sein, um die Fotos zu schießen. Das lohnt sich, denn das Angebot ist gerade jetzt riesig. Generell kann ich euch den Freitag als Markttag empfehlen, denn dann sind mehr „nachhaltige“ Händler vertreten als zum Beispiel Samstags.

Wochenmarkt

Obst und Gemüse kaufe ich immer bei den zwei netten Herren. Wenn dich der Markthändler deines Vertrauens beim Namen kennt, darf man sich wohl als Stammkunde bezeichnen… ;) Sie reservieren einem auch mal etwas, wenn es etwas später wird – sehr netter Service.

Markt

Nur Dienstags und eben Freitags auf dem Markt vertreten, ist der Rössler Hof. Den hab ich ja schon immer mal wieder erwähnt. Hier kaufe ich Butter, Eier und Milch, manchmal Joghurt, Käse und Hühnchen.

Rösslerhof

Wer es nicht auf den Markt schafft, dem kann ich nur nochmal wärmstens die Food Assembly empfehlen. Da ist neben vielen anderen tollen Biobauern auch der Rössler Hof vertreten. Auch eine Getreidemühle bietet ihre Produkte an. Dort bekommt ihr also auch das Mehl in Bioqualität.

Rößler-Hof

Und na ja, beim Ricotta und Parmesan müsst ihr wohl ein Auge in Sachen regional und saisonal zudrücken. Paniermehl stelle ich übrigens aus alten Brötchen und Brot selbst her, wenn es nicht gerade für Knödel gebraucht wird. Aber das ist eine andere Geschichte, eine für die kalte Jahreszeit.

Morgen gibt es noch lecker Dessert von Birgit von EmmaBee und ihr könnt mich dann durchs Wochenende rollen.
Auf bald
Claudia. :)

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