Stockholm: Ein Wochenende zum Genießen

Oh Stockholm, du meine große Stadtliebe. Wind und Wetter konnten mich nicht davon abbringen, dich in mein Herz zu schließen. Du hast wirklich alles versucht und uns auf eine harte Probe gestellt. Dauerregen und eisige 10 Grad Celsius Ende Mai sind wirklich heftig.

Stockholm

Und doch versprühst du einen wundervollen Charme. Es macht unendlich viel Spaß, durch deine Straßen zu flanieren, mit deinen freundlichen Einwohnern zu plaudern, in den vielen stylischen Interiör-Läden zu stöbern, sich in einem der hübschen Cafés niederzulassen und in einen watteweichen Kanelbullar (eine schwedische Zimtschnecke, die auch mit Kardamom ganz ausgezeichnet schmeckt) zu beißen, dem Prinzessinnengemahl (dem von Madeleine) im Auto zu zuwinken und vermuten, dass die Prinzessin im Fond des Wagens sitzt und, und, und… Alles was eben in so ein verlängertes Wochenende von drei vollen Tagen passt.

Stockholm

Hab ich euch überzeugt? Ihr solltet es auf jeden Fall mal mit eigenen Augen live und in Farbe sehen. Für das Prinzessinnenpaar übernehme ich allerdings keine Garantie. Wir hatten damit einfach nur Glück, denn an dem Wochenende fand gerade die Taufe von Kronprinzessin Victorias Sohn Oskar statt. :)

Stockholm

Ich war mittlerweile das zweite Mal in Stockholm, jedes Mal mit der gleichen Freundin. Das Wetter (Hab ich schon erwähnt, dass es schlecht war? Also so richtig mies? So mit Nieselregen und eiskalt?) konnte uns nicht wirklich viel anhaben, denn wir haben es einfach nur genossen, so viel Zeit zum Quatschen zu haben. Wir sehen uns leider nicht so häufig, da wir SEHR weit voneinander entfernt wohnen und selbst die beste Skype-Verbindung ein persönliches Gespräch nicht ersetzen kann.

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Insofern war das Wochenende ein langsames, gemächliches, tiefsinniges. Es ist wunderbar, mit einem Menschen zusammen zu sein, der einen schon sooo lange (mehr als 20 Jahre mittlerweile – huh) kennt. Gleichzeitig hat es mir wieder einmal schmerzlich bewusst gemacht, wie sehr ich sie im Alltagswahnsinn vermisse. (Wenn jemand einen feschen Schweden um die 30 kennt und ein superduper Jobangebot für eine hochqualifizierte Frau in Europa – vorzugsweise Schweden – parat hat, melde sich bitte bei mir. Gaaanz uneigennütziges Lockangebot… ;)

Stockholm

Kommen wir mal zu einigen „What to do, see, eat and drink in Stockholm“-Tipps (mit freundlicher Unterstützung einer lieben Freundin und Schweden-Expertin). Es sind alles Sehenswürdigkeiten, Restaurants und Cafés, die ich selbst besucht habe und uneingeschränkt empfehlen kann. Das ist nur eine winzig kleine Auswahl. Es gibt noch so viel mehr in dieser Stadt zu entdecken.

What to see:

  • Junibacken – DAS Museum, um sich mal wieder wie ein Kind zu fühlen. Es präsentiert die schwedische Kinderliteratur, hauptsächlich von Astrid Lindgren. Die Geschichten sind so liebevoll aufbereitet, da will man gar nicht wieder nach Hause.
  • Vasa Museum – Ich steh gar nicht so auf Schiffsausstellungen, aber im Vasa Museum steht das einzige gut erhaltene Schiff aus dem 17. Jahrhundert. Sehr beeindruckend und interessant dargestellt.
  • Fotografie Museum – Hier werden wechselnde Fotoausstellungen und Videoinstallationen präsentiert. Wer einen Faible für eindrucksvolle Bilder hat, ist hier goldrichtig. Sehr zu empfehlen ist auch ein Drink in der Bar ganz oben mit Blick auf’s Wasser. Wir saßen dort knapp drei Stunden…

Fotografie Museum

  • Nobel Museum – Das Museum widmet sich dem Namensgeber des berühmten Preises und der Wissenschaft. So gar nicht öde, wie man vielleicht zunächst vermuten möchte.
  • Gamla Stan – Die Altstadt von Stockholm liegt auf einer kleinen Insel. In den engen Gassen zwischen den alten, erdfarbenen Gebäuden finden sich Cafés, Restaurants und kleine Geschäfte. Hier liegt auch das königliche Schloß. (Vielleicht ist ja die königliche Familie zu Hause…).

Gamla Stan

  • Fjäderholmarna – Alles was gemein als schwedisch gilt, ist auf dieser Insel zu finden: Rote Holzhäuser umgeben von Natur, Boote, Handwerkskunst. Bei Sonnenschein wirkt es fast ein bißchen kitschig – Inga Lindström lässt grüßen. Aber es ist sooo schön.

Fjäderholmarna

Where to eat:

  • Fabrique – Eine Bäckerei mit einer unvergleichlich leckeren Auswahl und glücklicherweise mehreren Filialen in der Stadt. Das dunkle Brot mit Trockenfrüchten, das Roggenbrot, die Walnussbrötchen, die Kanelbullar und diese mit Himbeersauce gefüllten Mürbeteigteilchen sind ein Traum.

Fabrique

  • Café Saturnus – Klein, niedlich, zum Frühstück, Mittag oder Kaffeetrinken. Wir haben hier ein ausgedehntes Frühstück von circa vier Stunden genossen. Wetter war ja eh schlecht. ;) Und vertraut dem Kellner, wenn er euch das Wechselgeld später wiedergeben möchte, da er es gerade nicht passend hat. Macht er wirklich. Versprochen!

Café Saturnus

  • Broms – Frühstück vom Buffet zum Festpreis oder einzelne Leckerlis von der Theke – egal, was ihr wählt, es schmeckt. Die Atmosphäre ist ruhig und sehr entspannt. Hier kommen am Wochenende viele Familien zum Frühstück her, was der Ruhe glücklicherweise keinen Abbruch tut.
  • Karla Café – Das Café haben wir zufällig entdeckt, als wir durch die Stadt geschlendert sind. Genau der richtige Zeitpunkt für eine kleine, süße Stärkung. Zum Kuchen oder Crumble gibt es geschlagene Sahne UND Vanillesauce. :)

Karla Café

  • Österlanggatan17 – Das Restaurant war gleich bei unserem Appartment um die Ecke. Insofern war es naheliegend, mal rein zu schauen. Probiert den Krabbensalat – es lohnt sich. Mir war danach vor lauter Krabben ganz schlecht.
  • Fjäderholmarnas Krog – Auf der idylischen, kleinen, oben schon beschriebenen Insel liegt dieses tolle Restaurant. Die Bedienung war sehr freundlich und der Fisch hat hervorragend geschmeckt. Scheint bei den Stockholmern für Feiern sehr beliebt zu sein. Es wurde jedenfalls mehrfach Happy Birthday geträllert.

Fjäderholmarna

Und wer Schweden schon einmal vorkosten möchte, dem empfehle ich Lachspudding. Super einfach, super schnell (wenn gekochte Kartoffeln übrig sind) und natürlich super lecker – warm wie kalt.


Lachspudding
4 Portionen

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200 – 300 g Graved Lachs
1 große Zwiebel
1 EL Butter
1 Bund Dill
800 g gekochte Kartoffeln
4 Eier
400 ml Milch
Salz, Pfeffer
1 Zitrone

Ofen auf 225 Grad Celsius vorheizen.
Zwiebel schälen und in dünne Scheiben schneiden. In der Butter in einer Pfanne bei mittlerer Hitze andünsten.
Dill waschen und fein hacken.
Kartoffeln in Scheiben schneiden. Abwechselnd mit Lachs, Zwiebeln und Dill in eine feuerfeste Form schichten. Mit Kartoffeln abschließen.

Lachspudding

Eier verquirlen und mit der Milch verrühren. Mit Salz und Pfeffer würzen. Das Gemisch über die Kartoffeln gießen.
Auf unterer Schiene circa 30 Minuten backen bis die oberstes Schicht goldbraun ist.
Zusammen mit Zitronenschnitzen und eventuell geschmolzener Butter servieren.


Ich hoffe sehr, ich habe euch mit dem Reise-Fieber angesteckt. :) Norwegian fliegt mehrmals täglich zu einem vernünftigen Preis von Berlin nach Stockholm. Die haben sogar freies WLAN an Bord. Mit dem Flygbussarna kommt ihr auch noch mitten in der Nacht preisgünstig in die Stadt. Vorab online buchen ist zu empfehlen, da es dann noch etwas günstiger ist. Unser Appartment haben wir über airbnb gebucht. Perfekte Lage und pikobello sauber. Zwei bis drei Personen haben gut Platz, auch wenn das Bad etwas klein ist.

Fjäderholmarna

Bedenkt, dass Schweden auf bargeldlosen Zahlungsverkehr umstellt und vielerorts nur noch Karten akzeptiert werden, in der Fabrique Bäckerei und im Fotografiemuseum beispielsweise. Alkohol ist – wie in den nordischen Ländern üblich – nur in speziellen Geschäften – mit zugegeben bescheidenen Öffnungszeiten – erhältlich und relativ teuer. Vorsorgen ist also nicht verkehrt… ;)

Na dann: Hej så länge! [schwedisch: Bis bald!]
Claudia.

 

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