Auf dem Weg zum Yogalehrer – Bergfest

Helau und Alaaf! Mit Pauken und Trompeten feiern wir Halbzeit bei der Yogalehrerausbildung. Passt nicht? Oh doch, passt sehr wohl, denn unser fünftes Ausbildungswochenende fiel ausgerechnet auf Fasching. :) Der alljährliche Festumzug führte direkt vor den Fenstern des Yogastudios entlang. „Das rote Pferd“ stand quasi mitten im Raum und Kamelle-wurffreudige Jecken nahmen ihre Aufgabe ein wenig zu ernst. Blong! Blong! Es hörte sich an, als würde ein Verehrer Steinchen an das Fenster seiner Angebeteten werfen. Aber ich schweife ab. Kommen wir lieber zur Yogalehrerausbildung. Es ist kaum zu fassen, dass die Hälfte schon wieder hinter uns liegt. Ab jetzt geht es straff Richtung Prüfung.

Fasching Leipzig

Im Dezember stand das Yoga Sutra auf dem Programm. Schwerer Stoff, sag ich euch. Es ist eine der wichtigsten klassischen Schriften des Yoga. Patanjali (der Autor oder vielleicht auch die Autoren – da ist man sich nicht so ganz sicher) hat 196 Aphorismen verfasst. Darin geht es um die Basis des Yoga, von der Technik über die meditativen bis hin zu den philosphischen Aspekten. Die Textstücke sind dermaßen verknappt, dass sie sich nicht eben mal so einfach in einem Rutsch durchlesen lassen. Also geht schon, aber dann bleibt eben auch nicht unbedingt etwas hängen. Es ist vielmehr ein Buch voll Weisheiten, von denen man wohldosiert jeden Abend eine zu sich nehmen kann. Vermutlich wird es einen mehr oder weniger das ganze Yogaleben lang begleiten – man nimmt es immer mal wieder zur Hand und entdeckt stets neue Aspekte, die einem beim letzten Mal gar nicht aufgefallen sind.

Flipchart

Jedenfalls empfand ich das Wochenende als ganz schön anstrengend, also im posititven Sinne. Mein Kopf hatte so einiges an Denkfutter bekommen und ich habe richtig gemerkt, wie ich mich – mitten im kunterbunten Weihnachtstrubel – einfach nur nach Stille und Einsamkeit gesehnt habe. Ich habe deshalb einige Termine abgesagt, was ringsum nicht unbedingt für große Freude sorgte. Doch mir war es enorm wichtig, Zeit für mich zu haben und achtsam mit mir umzugehen.

Gruppenbild
Übrigens: Das sind meine Yoga-Mädels plus Alex, unser Lehrer. :)

Das neue Jahr begann dann gleich mit Chakralehre, die Lehre der Energiezentren im Körper. Da war ich voll in meinem Element. Schon seit meinen ersten Yogaerfahrungen fand ich das Thema immer total faszinierend. Für viele mag das Ganze abwegig, abgedreht oder megaspirituell klingen, weil es nicht greifbar, geschweige denn sichtbar ist. Ich für meinen Teil glaube, dass es diese Energiezentren, -bahnen und -flüsse im Körper gibt und sie einen ganz erheblichen Einfluss auf unsere körperliche, seelische und geistige Gesundheit haben. Je mehr ich mich damit befasse – wir müssen dazu einen Buchreport schreiben, an dem ich gerade sitze – umso mehr Zusammenhänge sehe ich.

Yoga Decke Block Gurt

Lustig und gleichzeitig aufschlussreich war der Chakratest, den wir zur Ausbildung gemacht haben. Das sind 28 Fragen, die nur mit ja oder nein zu beantworten sind, je nachdem werden Kreise ausgemalt und es ergibt sich eine Momentaufnahme der Chakras. Bei mir ist zum Beispiel das Sakralchakra sehr gut ausgebildet – es steht für Lebenslust, Spontanität und die Freude an Abwechslung. Ja, da könnte was dran sein. :) Mein Herzchakra hingegen braucht demnächst mal ein bißchen Aufmerksamkeit. Dann verzieht sich hoffentlich auch bald der lästige Husten, denn das Herzchakra hat unter anderem Auswirkungen auf die Lunge.

Alex Adjustment

Zum oben bereits erwähnten Faschingswochenende im Februar haben wir uns dann mit den Adjustments beschäfigt. Also wie helfe ich Teilnehmern, eine Asana korrekt auszuführen und dann tiefer in die Position zu kommen. Da gab es wieder so ein paar Aha-Momente, wie man sieht. ;)

Yoga Adjustment

Es mag komisch klingen, wenn ich sage, dass ich Hand anlege. Genau das macht einen guten Yogalehrer aber aus. Er sieht auf einen Blick, wenn sein Schüler Schwierigkeiten hat und weiß genau, wo und wie er ihn durch den richtigen „Griff“ unterstützen kann. Die sind meist recht simpel, verlangen aber auch dem Yogalehrer bisweilen einiges an körperlicher Anstrengung ab.

Adjustment

Bislang habe ich die Adjusts in Ansätzen nur an meinem Freund und meinen Pole-Mädels ausprobiert. Womit wir auch schon bei der Unterrichtspraxis wären. Nun, die hinkt momentan noch ein bißchen. Da besteht mit Blick auf die Prüfung im September so langsam ernsthafter Handlungsbedarf. Ich freu mich drauf, es kostet aber zugegebenermaßen auch etwas Überwindung, sich vor Freunden und Bekannten hinzustellen und Ansagen zu machen. Warum? Nun, ich rede dann zum Beispiel ganz anders. Ich hab sozusagen eine Yogaunterrichtsstimme. ;)

Yoga Adjustment

Außerdem fehlt mir noch so ein richtiges Konzept, mit dem ich meine Teilnehmer weder unter- noch überfordere. Mir fallen während der kurzen Sequenzen immer spontan tausende schöne Dinge ein, die ich einbauen will, und schwups werde ich hektisch. Genau das soll es beim Yoga ja nun nicht werden. Hach, weniger ist mehr, sollte wohl die Devise sein. Nächster Step ist jetzt erstmal, ein fundiertes Stundenkonzept auszuarbeiten, an dem ich mich entlang hangeln kann. Das gibt hoffenlich Sicherheit und alle müssen es mit mir üben, bis sie es auswendig können und ich die Prüfung hinter mir hab. ;)

Namasté
Claudia.

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