Mit dem Schiff ins Land der Fjorde und Trolle

Vor dem Beitrag heute habe ich mich zugegebenermaßen ein wenig gedrückt. Warum? Es mag eigenartig klingen: aus Ehrfurcht davor, den ganzen Erlebnissen und Eindrücken meiner Norwegen-Reise mit Worten nicht gerecht werden zu können. Viele, denen ich erzählte, dass ich mit der AIDA nach Norwegen fahre, haben mich schief angeschaut und ungläubig gesagt: „Was? Du machst eine Schiffsreise?“

AIDA

JAAA, ich habe eine Schiffsreise gemacht und JAAA, es war die AIDA und JAAA, früher war es „Das Clubschiff“. Ich war anfangs etwas skeptisch, ob denn die große Zahl an Mitreisenden (immerhin weit über 2000) und die damit verbundenen, unausweichlichen Berührungspunkte zum Beispiel beim Essen oder Landgängen so richtig mein Fall sind. Menschenansammlungen in den Größen ertrage ich üblicherweise nur ungern länger als ein paar Stunden.

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Das Abenteur Schiffsreise begann in Hamburg, wo wir – meine Mama, eine Freundin und ich – Mitte Juni an Bord gingen. Wir hatten eine Balkonkabine in der Mitte des Schiffs gebucht, was sich bei Seegang durchaus als hilfreich erwies. Zum einen, weil es dort am wenigsten schwankte. Zum anderen, weil so Frischluftzufuhr und freier Blick auf den Horizont garantiert waren. ;)

Hamburg

Zu Enyas „Sail away“ – ich weiß, mächtig kitschig, aber doch so passend – und mit einem Gläschen Sekt in der Hand liefen wir bei einem traumhaften Sonnenuntergang aus dem Hafen Richtung Nordsee aus. Den ersten Tag verbrachten wir komplett auf See, was perfekt war, um das Schiff zu erkunden, die ganze Alltagshektik hinter sich zu lassen und den Chefkoch vom Rossini, dem Gourmet-à-la-carte-Restaurant an Bord, kennenzulernen.

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Daniel, Franz und Benjamin

Ich darf vorstellen: Franz Schned. Er hat unter anderem in Christian Jürgens Zwei-Sterne-Restaurant Überfahrt am Tegernsee gearbeitet. Diejenigen unter euch, die sich etwas im Kosmos der Sterneköche auskennen, erahnen sein Talent. Wer nicht, sollte demnächst mal die ZDF Küchenschlacht einschalten – dort ist Franz als Juror dabei – oder eine Reise auf der AIDAprima buchen, um ihn live zu erleben.

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Spontan bekam ich jedenfalls eine Führung durch die Rossini-Küche und die Küchen der Buffetrestaurants, durfte einen Blick in Kühlräume und Lager werfen. Das sind gigantische Dimensionen, in denen da rund um die Uhr gearbeitet wird, um die Gäste an Bord essenstechnisch glücklich zu machen.

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Beim ersten Landgang in Bergen begleitete ich Franz, Benjamin (seinem Nachfolger auf AIDAsol), Chris (General Manager auf AIDAsol) und Anja (bei AIDA Cruises in Rostock) auf den Fischmarkt. Neben Elchsalami, Königskrabbe und Cognaclachs gabs auch norwegische Austern zu probieren. Viel Zitronensaft drauf, Augen zu und rein damit. War immerhin meine Erste und dafür fand ich sie erstaunlich lecker.

Bergen Fischmarkt

Danach ging es für mich mit der Floyenbahn auf den Berg, um von oben einen Blick auf die Stadt und den Fjord zu erhaschen. Auf dem Plateau lohnt sich eine kleine Wanderung zum weiter hinten und deutlich ruhiger gelegenen See. Achtet mal auf die kleinen Schilder, die auf Trolle, Hexen und Dinosaurier hinweisen. :)

Floyen

Abends war ich dann schon wieder in der Küche unterwegs, um bei den Vorbereitungen für „Rossini einmal anders“ zu zuschauen. Das 6-Gänge-Menü beginnt mit einem Empfang in der Anytime Bar während des Auslaufens aus dem Hafen und wird dann im Restaurant fortgesetzt. Die Bilder sprechen, glaube ich, für sich.

Im Geiranger Fjord mit seinen sieben Schwestern – sieben Wasserfälle, die direkt nebeneinander in den Fjord stürzen – war es am nächsten Morgen wolkenverhangen. Wir fuhren trotzdem mit dem Bus auf den Berg Dalsnibba und wurden oben mit Sonnenschein und blauem Himmel belohnt.

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Wunderschön lag der Bergsee unter einer hohen Schneedecke versteckt, einige Norweger nutzten das schöne Wetter sogar noch zum Skifahren. Auf dem Rückweg stiegen wir am Fjordcenter aus und wanderten entlang des tosenden Flusses zurück ins Tal. Dort kann ich euch wärmstens einen Stopp bei Geiranger Sjokolade unten am Hafen empfehlen. In Bengts kleinem Bootshaus werden ganz wunderbare Schokolade, Kuchen und Eis hergestellt. Das kleine Café serviert Snacks und eine göttlich leckere, heiße Schokolode.

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In Andalsnes und Molde macht uns leider das Wetter ein weinig einen Strich durch die Rechnung. Es war die ganze Zeit bedeckt und hin und wieder regnete es. Allzu viel gab es ohnehin nicht zu sehen und auf unserer E-Bike-Tour zum Skarvatnet See war es zum Glück trocken.

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Trondheim wiederrum begrüßte uns mit Sonnenschein. Pünktlich zur Sonntagsmesse besuchten wir die Kathedrale Nidarosdom, wo wir in Ehrfurcht erstarrten als der Kirchenchor zu singen begann. Dieser Klang ging einem so durch und durch, dass ich richtig Gänsehaut bekam. Ein Besuch in Stiftsgarden, der offiziellen Residenz des norwegischen Königs in Trondheim, musste natürlich auch unbedingt sein. Lasst dort nur besser eure Kameras gleich in der Tasche, es gibt einen ordentlichen Anpfiff, wenn ihr auch nur ein Bild schießen wollt. Wir sprechen da aus Erfahrung… ;)

Stiftsgarden

Weiter ging es nach Alesund, wo wir die genau 418 Stufen auf den Hausberg Aksla erklommen und entspannt zurück in die Stadt spazierten. Ich schwenkte nochmal bei Racoon Coffee & More, einem süßen Café in der Innenstadt, ab. Wenn ich da mal wieder hinkomme, dann mit großem Hunger, denn die Muffins und Sandwiches sahen unheimlich verlockend aus.

Alesund

Dann stand die wohl schönste Station der ganzen Reise an: das Eidfjord. Hier war alles perfekt, traumhaftes Wetter mit Sonnenschein von früh bis spät, angenehmen 20 Grad, atemberaubender Landschaft und Ruhe ohne Ende. Ich lief ein paar Kilometer raus aus dem Ort Richtung Wasserkraftwerk und entdeckte ein niedliches Ferienhaus mit Bootsanlegestelle. Das werde ich demnächst wohl mal online suchen und den nächsten Urlaub planen. Immerhin haben wir es ohne Auto nicht auf die Kjeasen-Alm geschafft, was unbedingt noch nachgeholt werden muss.

Eidfjord

Dafür liefen wir zum Eidfjordvatnet, einem riesigen See im Hinterland, wo wir sogar eine kurze Abkühlung wagten. Der krönende Abschluss des Tages war eine Runde im Whirlpool an Deck mit Blick auf die schneebedeckten Berge und den blauen Himmel. *seufz*

Als letzte Station stand das knuffige Stavanger auf dem Plan. Leider regnete es auch hier wie aus Gießkannen, so dass wir es leider nicht zum Preikestolen schafften. Aber das ist nur ein Grund, um nochmal wiederzukommen. ;)

Stavanger

Am letzten Seetag besuchten wir dann bei Benjamin einen Kochkurs im Rossini. Bei Apfel-Curry-Süppchen, Fisch mit Buttermilchpolenta und konfierten Tomaten sowie Crème Brûlée mit Muskatnuss gab es den ein oder anderen Profitipp für Schäumchen, nussige Polenta und eigene Currymischungen.
Über Nacht erreichten wir dann Hamburg, wo am Morgen eine wunderschöne Reise ihr Ende fand.

Kochkurs

Mein Fazit? Durchweg positiv. So eine Schiffsreise ist eine ziemlich bequeme Art, um viele Orte in kurzer Zeit zu entdecken. Das Hotelzimmer reist dabei immer mit und – für viele ganze entscheidend – die Verpflegung rund um die Uhr ist gesichert.
Ja, es sind viele Menschen an Bord, das lässt sich nicht vermeiden. Dafür gibt es Bereiche, wo es ruhig und entspannt ist. Wir hatten also eine Chance, die Massen zu umgehen.
Beim Essen in den Buffetrestaurants sitzen einem mal symphatische Mitreisende gegenüber, mit denen es sich angenehm und unangestrengt plaudern lässt. Mal sind die Tischnachbern von der anstrengenden Sorte, dann empfiehlt es sich den Tisch oder gleich das Restaurant zu wechseln. ;)
Die Veranstaltungen und Shows im Theatrium haben wir nur am Rande verfolgt. Meist war es voll und das „Ringen“ um gute Plätze erbittert.
Das Kursangebot im Fitnessbereich habe ich hingegen häufig genutzt. So ein Spinning-Kurs bei Wellengang hat schon was für sich. ;) Lediglich die Yoga-Kurse waren eher mau.

AIDA

Was die Landgänge angeht, haben wir alles auf eigene Faust erkundet. Das erfordert zwar ein wenig Vorbereitung vor Reiseantritt, dadurch waren wir aber unabhänigig und konnten uns je nach Wetterlage einrichten. Einzig den E-Bike-Ausflug in Molde haben wir mit dem Biking-Team unternommen.

Blumen

Das alles plus die atemberaubende Landschaft Norwegens und ein riesen Glück mit dem Wetter ergaben einen tollen, erholsamen Urlaub. Zu etwas besonderem ist er aber nur durch die Begegnung mit sooo vielen lieben Menschen von der AIDA-Crew geworden. Anja, Benjamin, Christoph, Daniel, Franz – ein riesen Dankeschön an euch für den Blick hinter die Kulissen und die Einblicke in das Leben an Bord. Es war spannend, beeindruckend und für mich Landratte sehr faszinierend. All eure zukünftigen Gäste sind bei euch hervorragend aufgehoben.

Benjamin Franz

Zum Schluss hat mir Franz noch sein Rezept für einen kleinen Schokoladenkuchen mit flüssigem Kern verraten, der Teil des Desserts „Waldspaziergang“ war.


Schokoküchlein mit Himbeersauce
hinten in der Mitte zu sehen ;)

Dessert

50 g dunkle Kuvertüre
50 g Butter
40 g Zucker
2 Eier
35 g Mehl
100 g TK-Himbeeren
30 g Puderzucker
frische Beeren und Minze zum Garnieren

Die Kuvertüre grob hacken und mit der Butter in einer Schüssel über dem heißen Wasserbad schmelzen.
Zucker und Eier in einer Schüssel cremig rühren. Anschließend die Schokomischung dazu geben und alles gut vermischen.
Das Mehl dazu sieben und vorsichtig unterheben.
Kleine Förmchen einbuttern und die Schokoladenmasse einfüllen.
Bei 220 Grad Celsius circa 10 Minuten backen.
In der Zwischenzeit die Himbeeren antauen lassen, mit 30 Gramm Puderzucker pürieren und durch ein feines Sieb streichen.
Die Küchlein vorsichtig aus der Form lösen und mit der Himbeersauce und den Beeren anrichten. Sofort servieren.

Verwendet hochwertige Kuvertüre, nur so haben die Küchlein den vollen schokoladigen Geschmack. Die von Original Beans und Valhrona sind toll.

Und so wird das im Übrigen angerichtet:

Zum Abschluss sage ich heute mal nicht auf bald, sondern – Achtung, Wortspiel! –

Auf AIDAsehen
Claudia.

P.S.: Und weil ich euch ein paar weitere Impressionen der Reise nicht vorenthalten möchte, habe ich hier noch eine kleine Fotogalerie zusammengestellt.

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