Wie die Pavlova dem Pudding die Show stahl

Der Hauptdarsteller dieses Beitrags sollte eigentlich der Pudding werden. Doch dann trat bei der Resteverwertung plötzlich ein ganz unverhofftes Talent auf die Bühne: die Pavlova. Benannt nach der russischen Ballerina Anna Pawlova ist sie natürlich eine, die gern im Rampenlicht steht und den schnöden Pudding in den Schatten stellt. Nun müssen sich die beiden eben die Aufmerksamkeit für diesen Beitrag teilen. Für den Rhababer bleibt leider nur eine Statistenrolle übrig. Er nimmt es mir hoffentlich nicht krumm.

Pavlova Eier Milch Vanille

Zum Pudding – ich sag euch, ich werde nie wieder welchen aus der Tüte kochen. Frisch und komplett selbst zusammengerührt, ist er ein Gedicht. Einfach zuzubereiten, mit natürlichem Vanillearoma, den hübschen schwarzen Punkten durchzogen und genau so süß, wie es jeder mag. Dafür kommen bei mir nur Bioeier, -milch und -vanilleschoten in den Topf. Eier und Milch gibts vom Rößler Hof auf dem Wochenmarkt, die Vanilleschoten bestelle ich bei Madavanilla. Damit sie nicht austrocknen, lagern sie im Tiefkühlfach. Somit lohnt auch eine größere Bestellung und die Qualität ist unschlagbar.

Eigelb

Bei der Puddignkocherei bleibt zwangsweise Eiweiß übrig. Fitnessfreaks verarbeiten es zu Rührei, ich wollte aber was damit backen. Schmätzchen – so heißt Baiser in Sachsen (oder vielleicht auch nur in Chemnitz?) – oder Makronen. Dann erinnerte ich mich aber an Pavlova. Was gibt es besseres als süßes Baiser mit luftiger Sahne und frischen Beeren zu kombinieren? Okay, gesunde Ernährung ist was anderes. Pavlova strotzt vor Zucker und Fett – hallo Hüftgold. Die Vitamine der Beeren reißen es da auch nicht raus. Egal, kleine Sünden müssen sein und ich hab ja nur Mini-Pavlovas gebacken…


Vanillepudding
4 Portionen

Vanillepudding

3 Eier
1 Vanilleschote
500 ml Milch
30 g Speisestärke
50 – 70 g Zucker

Die Eier trennen. Eigelb in eine Schüssel geben, Eiweiß aufbewahren.
Die Vanilleschote aufschneiden und das Mark herauskratzen. Mit circa 400 ml Milch in einen Topf geben und langsam erwärmen.
In der Zwischenzeit die restliche Milch zu den Eigelben geben und gut verquirlen. Speisestärke und Zucker zugeben und ebenfalls gut verrühren.
Wenn die Milch kocht, vom Herd ziehen, Vanilleschote entfernen und Eigelb-Mischung unter ständigem Rühren hineingießen.
Pudding noch einmal aufkochen, bis er eindickt. Rasch in eine große Schüssel oder kleine Gläser füllen und sofort mit Klarsichtfolie abdecken.

Die Zuckermenge variiert je nachdem wie süß ihr es mögt. Mir reichen die 50 g, mehr als 70 g sollten es aber nicht sein.
Die Klarsichtfolie verhindert, dass sich eine Haut auf dem Pudding bildet, wenn dieser abkühlt.
Wer mag kann auch noch etwas steifgeschlagene Sahne unterheben, dann wird es sehr fluffig.


Rhababerkompott
4 bis 5 Portionen

Rhababer

800 g Rhababer
80 g Zucker
5 Erdbeeren
5 Himbeeren
1 Vanilleschote
2 TL Speisestärke

Den Rhababer putzen und in Stücke schneiden. Mit dem Zucker in einen Topf geben und mindestens 30 Minuten abgedeckt Saft ziehen lassen.
Die Erdbeeren putzen, klein schneiden und mit den Himbeeren zum Rhababer geben.
Die Vanilleschote aufschlitzen, das Mark auskratzen und mit in den Topf geben. Alles aufkochen und bis zu zehn Minuten weich kochen.
Die Vanilleschote entfernen.
Die Speisestärke mit wenig kaltem Wasser auflösen und zum Rhababer geben. Vorsichtig umrühren und nochmals aufkochen.
Vom Herd nehmen und abkühlen lassen.

Rhababer Vanille Pudding

Wenn ihr Himbeerrhababer verwendet, bekommt das Kompott eine schöne Farbe. Ihr erkennt ihn an seiner roten Schale.
Die Erdbeeren und Himbeeren heben den Geschmack des Rhababers. Ihr könnt deren Anteil auch erhöhen, wenn ihr mögt.
Sollte das Kompott zu sauer sein, einfach nachzuckern.
Da Rhababer Oxalsäure enthält, nicht zu viel davon essen. Gekocht und mit einem Milchprodukt (wie zum Beispiel dem Pudding) kombiniert, wird die schädliche Wirkung minimiert. Auch sollte er nach dem 24. Juni nicht mehr geerntet werden, da der Gehalt an Oxalsäure mit dem Wachstum der Pflanze ansteigt.


Pavlova
circa 8 Stück

Pavlova

3 Eiweiß
1 Prise Salz
140 g Zucker
1 Päckchen Vanillezucker
1 TL Speisestärke
1 TL Apfelessig
200 g Schlagsahne
1 Päckchen Sahnesteif
Erdbeeren, Himbeeren, Brombeeren, Heidelbeeren

Ofen auf 180 Grad Celsius vorheitzen.
Eiweiß in einer absolut fettfreien Schüssel mit einer Prise Salz steifschlagen.
Zucker langsam einrieseln lassen und so lange schlagen, bis dieser sich aufgelöst hat.
Speisestärke darüber sieben und ebenfalls unterschlagen.
Apfelessig langsam dazu fließen lassen.
Den Eischnee in eine Spritztüte geben. Auf ein mit Backpapier ausgelegtes Blech acht Tupfen spritzen. Diese mit einem in kaltes Wasser getauchten Löffel zu Kreisen ausstreichen. Mit dem restlichen Einschnee um jeden Kreis einen circa drei bis vier Zentimeter hohen Rand spritzen.
Ofen auf 100 Grad Celsius Umluft zurückschalten. Das Blech auf die untere Einschubleiste geben und den Eischnee circa 90 Minuten trocknen.
Bei leicht geöffneter Backofentür auskühlen lassen.
Sahne mit Sahnesteif und etwas Zucker steif schlagen.
Die Beeren waschen, putzen und klein schneiden.
Die Baisers auf Teller verteilen und abwechselnd mit Sahne und Beeren füllen.
Garnieren und servieren.

Bei mir ist Eischnee über geblieben, den habe ich mit einer Sterntülle als kleine Tupfen mit auf dem Backblech verteilt. Die lassen sich hervorragend zum Garnieren verwenden oder verschwinden einfach so auf unerklärliche Weise… ;)
Ihr benötigt wirklich nicht viele Beeren, wie viele bleibt eurem Geschmack überlassen.
Das Rhababerkompott lässt sich übrigens auch super in die Baisers füllen, für den Fall, dass der Pudding schon alle ist.

Rhababer Baiser

Nun husch auf den Markt mit euch.

Auf bald
Claudia.

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