Letzter Aufruf für Grünkohl, Grünkohl bitte

Die Grünkohlsaison neigt sich zu meinem großen Bedauern rapide dem Ende entgegen. An vielen Marktständen ist er bereits ausverkauft und auch in den meisten Supermärkten nicht mehr zu haben. Mein Lieblingsgemüsedealer hat mir versprochen, für den nächsten Winter mehr Grünkohl anzubauen, denn: „Irgendwie war das Gemüse diese Saison besonders beliebt.“

Grünkohl
Offenbar ist der Kale-(so heißt Grünkohl auf Englisch)-Superfood-Hype bereits aus den USA zu uns herüber geschwappt. Dort gibts den ganzjährig, hierzulande ist er ein typisches Wintergemüse. Die meisten kennen ihn als matschig gekochte Pampe zu Kassler oder Grützwurst.Wuuuäää!!! Dabei sind die Möglichkeiten einer appetitlichen Zubereitung nahezu unbegrenzt. Dann behält der Grünkohl auch seine gesundheitsfördernde Wirkung. Roh enthält er zum Beispiel mehr Vitamin C als alle anderen Kohlsorten und seine Senföle wirken antibakteriell.

Grünkohl schneiden
Da ja ein wenig Eile geboten ist, um noch in den vollen Grünkohl-Genuss zu kommen, gibt es heute gleich drei Rezepte:

Grünkohl-Rosenkohl-Salat
Grünkohl-Kartoffel-Suppe
Grünkohlpesto

Alle Mengenangaben beziehen sich auf geputzten Grünkohl, das heißt ohne die zähen Blattstängel.
Und wer noch flux einen gesunden Knabbersnack zum Weißwein benötigt, dem lege ich Grünkohlchips ans Herz.

Grünkohlchips

Grünkohl in mundgerechte Stücke zupfen, waschen, trocken schleudern und auf ein mit Backpapier ausgelegtes Blech verteilen. Etwas Olivenöl, Salz, Pfeffer und geriebenen Parmesan darüber geben und bei 140 Grad im Ofen für 15 bis 20 Minuten trocknen. Dabei immer mal wieder überprüfen, ob die Chips schon gut sind. Sie müssen sich wie Pergament anfühlen.

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Grünkohl-Rosenkohl-Salat
4 Portionen
Grünkohl Rosenkohl Salat

200 g Grünkohl
300 g Rosenkohl
1 Stange Poree
1/2 Gurke
80 g Kürbiskerne
5 Scheiben rohen Schinken
1 Granny Smith Apfel
Pecorino
6 EL Zitronensaft
1 große Schalotte
1 Knoblauchzehe
2 EL Senf
100 ml Olivenöl
Salz, Pfeffer

Den Grünkohl sehr fein hacken.
Den Rosenkohl putzen und mit einer Küchenmaschine oder einer Mandoline fein hobeln.
Poree putzen und den weißen und grünen Teil in dünne Ringe schneiden.
Gurke klein würfeln.
Grün- und Rosenkohl mit Poree und Gurke in einer Schüssel vermischen.

Grünkohl Rosenkohl Gurke Poree
Kürbiskerne in einer Pfanne ohne Fett anrösten bis sie duften, in einer kleinen Schüssel abkühlen lassen.
Den Schinken in schmale Streifen schneiden und in einer Pfanne kross braten.

Schinken
Apfel entkernen, vierteln und in dünne Scheiben schneiden. Mit zwei Esslöffel Zitronensaft marinieren.
Schalotte und Knoblauchzehe schälen und fein hacken. Mit restlichem Zitronensaft, Senf und Olivenöl zu einem Dressing verquirlen. Mit Salz und Pfeffer würzen.
Gewünschte Menge Dressing zur Grün-Rosenkohl-Mischung geben und gut unterheben.
Auf Teller verteilen. Apfelscheiben darauf verteilen. Schinkenstreifen, Kürbiskerne und geriebenen Pecorino darüber streuen.

Der Salat schmeckt am nächsten Tag, wenn er schön durchgezogen ist, fast noch besser.

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Grünkohl-Kartoffel-Suppe
4 Portionen

Grünkohl Kartoffel Topf

1 große Zwiebel
3 große, mehligkochende Kartoffeln
3 EL Butter
1,5 l Gemüsebrühe
200 g Grünkohl
300 ml Milch
Salz, Pfeffer, Muskatnuss

Zwiebel schälen und fein hacken.
Kartoffeln schälen und klein würfeln.
Beides in Butter in einem großen Topf anbraten.
Grünkohl fein hacken und mit der Hälfte der Gemüsebrühe in den Topf geben. Circa 10 Minuten köcheln lassen.
Mit einem Pürierstab die Suppe fein durchmixen, bis alles cremig ist.
Milch und noch so viel Brühe zugeben, bis die Suppe die gewünschte Konsistenz hat.
Mit Salz, Pfeffer und etwas Muskatnuss würzen.

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Grünkohlpesto
1 Glas

Grünkohl Pesto Öl

200 g Grünkohl
40 g Kürbiskerne
40 g Sonnenblumenkerne
80 g geriebener Parmesan
1 Knoblauchzehe
2 EL Olivenöl
2 EL Zitronensaft
Salz

In einem Topf Wasser zum Kochen bringen. Gehackten Grünkohl darin eine Minute blanchieren und anschließend mit kaltem Wasserabschrecken. In einem Sieb abtropfen lassen.

Kürbiskerne
Kürbis- und Sonneblumenkerne in einer Pfanne ohne Fett anrösten bis sie duften.
Alle Zutaten in einen Becher geben und mit dem Pürierstab durchmixen. Bei Bedarf etwas mehr Öl zugeben.

Pesto
In ein sauberes Schraubglas füllen und mit einer dünnen Schicht Öl bedecken.

Bei den Kernen könnt ihr varriieren. Pistazien, Mandeln oder Cashewkerne kann ich mir auch super vorstellen.
Statt Parmesan geht auch Pecorino, dann wird das Pesto allerdings sehr würzig.
Die Schicht Olivenöl verhindert, dass das Pesto schimmelt, denn das Öl schließt es luftdich ab.
Das Pesto schmeckt lecker zu Pasta oder als Aufstrich auf einem Baguette mit Mozzarella und Tomate.

Nun genießt den letzten Grünkohl in vollen Zügen. :)
Auf bald
Claudia.

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