Von wegen „Einfach sein“ – Yoga Festival Berlin

In letzter Zeit stand hier ja eher das Kochen im Vordergrund. Es wird also mal wieder Zeit für ein bißchen Yoga im Blog und einen Bericht vom Yoga Festival in Berlin bin ich euch auch noch schuldig.

Yogafestival

Nachdem uns Manu vom actiVital immer davon vorgeschwärmt hatte, beschlossen wir, uns Anfang Juli auch mal ein Wochenende Auszeit vom hektischen Alltag zu nehmen und für ein paar Tage im Kulturpark Kladow bei Berlin „einfach zu sein“. So lautete das Motto des mittlerweile 10. Yoga Festivals am schönen Wannsee.
„Einfach sein“ war gar nicht so einfach. Schon die Anreise bei brütender Sommerhitze und mitten durch die Rush-hour der Hauptstadt nötigten uns einige Geduld ab. Mit Blick auf den vollen, etwas chaotisch belegten Zeltplatz und dem WM-Spiel Deutschland gegen Frankreich im Nacken hätte ich am liebsten postwendend in ein schickes Hotel eingecheckt. ;) Irgendwie bekamen wir das riesengroße Zelt dann doch rechtzeitig aufgebaut und sahen auch noch das entscheidende Tor von Mats Hummels.

Fußball

Die Entschleunigung begann erst mit einem spontanen Sprung ins herrlich kühle Wasser des Wannsees. Erfrischt  schlenderten wir dann in aller Ruhe über das Festivalgelände. Hier wurde alles angeboten, was das Yogiherz begehrt: Klangschalen, Yogamatten, Schmuck, Tücher und sogar Massagen. Mich begeisterten vor allem die Stände mit den vegetarischen, indischen Köstlichkeiten. Nicht so schön anzusehen, aber unheimlich lecker.

Indisch

Den Abend beschlossen wir im großen Zelt bei einem Mantrakonzert. Die melodischen Gesänge ließen auch bei uns endlich Yogastimmung aufkommen, bevor wir todmüde auf unsere Luftmatratzen fielen.

Mantrakonzert

Nach einer durchwachten Nacht – dank Kleinkindern, FlipFlops, einem Esel, einem Hahn und Luftmatratzenschräglage – schleppten wir unsere Yogamatten und müden Körper am frühen Samstagmorgen zu 108 Sonnengrüßen an den See.

Morgenyoga

Ich bin kein Frühsportfreund, aber die sanften Übungen weckten langsam die Lebensgeister und das anschließende Frühstück im Kulturparkcafé tat mit Kaffee und grünem Tee sein Übriges.

Frühstück

Währenddessen schauten wir Ditte Kotzian zu, die beim Sun Yoga tolle Flows anleitete. Für uns ging es dann bei prasselnder Sonne mit Triyoga und Iyengar Yoga weiter. Zwischenzeitlich gönnte ich mir noch eine traumhaft entspannende Shiatsu-Massage. Da forderte dann auch der Schlafmangel seinen Tribut und ich musste mal kurz eine Pause im Schatten auf der Matte einlegen.

Ditte Kotzian

Teilweise war die Veranstaltung schon recht gewöhnungsbedürftig. Die Anmeldung überfordert, der Zeltplatz mit einem Dusch- und Toilettencontainer deutlich unterdimensioniert, das Programm so dermaßen übervoll, dass es Stress bedeutete, sich für etwas zu entscheiden.
Es mutete durchaus hippiemäßig und etwas bizarr an, wie Menschen neben einem extreme Grimassen beim Gesichtsyoga schnitten, weit über den Platz hin hörbar Pranayama (Atemübungen) praktizierten oder wie auf Drogen vollkommen abwesend zu Mantraklängen barfuß durch ein Zelt tanzten. Schon klar, sie waren eben einfach im Hier und Jetzt.

Gayatri Mantra

Doch für mich war es einen Ticken too much. Ich kam mir deplatziert vor, in dieser anderen, sehr eigenen Welt. Möglich, dass ich mich auf Grund eines wichtigen Termins am Sonntag nicht richtig darauf einlassen konnte, doch ob ich nächstes Jahr noch einmal zum Yoga-Festival fahre, ist fraglich.

Namaste
Claudia.

P.S.: Auch Brigitte-Redakteurin Nicole Wehr war zum Yoga Festival. Ihren Erlebnisbericht als Nicht-Yogi findet ihr hier.

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