Es wird Herbst – auch in der Küche

Hab ich mich in meinem letzten Beitrag noch über den Sommer gefreut, so scheinen seine Tage wohl gezählt. Zumindest beschlich mich letzte Woche hin und wieder ein sachte herbstliches Gefühl. Das macht mich einerseits traurig, weil ich – wie jedes Jahr – denke, dass doch noch gar nicht richtig Sommer war, ich ihn noch gar nicht richtig ausgekostet habe, noch nicht oft genug im Freibad gewesen bin, noch nicht lange genug bei Wein an lauen Abenden auf der Terrasse gesessen habe und noch nicht oft genug an meiner Lieblinssofteisbude zu Gast war. Überhaupt hat der Sommer doch gerade erst begonnen und kann sich nicht schon wieder leise verabschieden. Nein, nein, nein…

Zimtschnecke

Andererseits, Herbst ist jetzt auch nicht sooo schlecht. Immerhin gibts dann endlich Feigen, Kürbise, buntes Laub, kuschelige Stunden auf der Couch mit heißer Schokolade, ganz ohne schlechtes Gewissen, denn draußen ist es ja dann eh häufiger auch mal ungemütlich. Und das ganze Soulfood… Ja, das klingt doch ganz versöhnlich, oder?

Falls ihr also mal einen Seelenschmeichler fürs Kaffeetrinken braucht, ladet beim Wochenendeinkauf reichlich Zimt, Zucker, Mehl und Hefe in euren Einkaufskorb und erfreut euch an dem wohlig warmen vollmundigen Gefühl, dass die Zimtschnecken hinterlassen. Ach und der Duft beim Backen ist auch nicht zu verachten. ;)

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Zimtschnecken
12 Stück

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1/2 Würfel frische Hefe
250 ml Milch
100g Zucker
1 Ei
1 Prise Salz
500g Weizenmehl
100g sehr weiche Butter

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100g Butter
200g Zucker
100g Muscovado-Zucker
4 TL Zimt

120g Frischkäse
4 TL Butter
200g Puderzucker
2-4 TL Milch

Milch leicht erwärmen und die Hefe darin auflösen.
Mehl in eine Schüssel geben und in der Mitte eine Mulde formen.
Zucker in die Mulde geben, Milch-Hefe-Gemisch hineingießen und mit einer Gabel etwas Mehl unterrühren. Kurz stehen lassen.
Das Ei in einer extra Schüssel verquirlen und mit dem Salz zur Hefe geben. Erneut leicht unterrühren.
Die Butter in Flöckchen auf dem Mehlrand verteilen.
Alles nach und nach mit den Knethaken des Rührgeräts verkneten bis ein glatter Teig entstanden ist.

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Den Teig mit einem feuchten Küchentuch abdecken und an einem warmen Ort circa eine Stunde gehen lassen, bis sich das Volumen ungefähr verdoppelt hat.
Anschließend den Teig auf einer bemehlen Arbeitsfläche ordentlich durchkneten, so dass keine Luftblasen mehr darin sind
Erneut Mehl auf die Arbeitsfläche geben und Teig darauf auf circa 50 mal 30 Zentimeter ausrollen. Wieder abdecken und circa 10 Minuten gehen lassen.
Die Butter schmelzen und auf die gesamte Teigplatte streichen.

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Die Zuckersorten mit dem Zimt gut vermischen und gleichmäßig auf der Butter verteilen.
Teig über die schmale Seite aufrollen.
Mit Zahnseide zwölf gleichmäßig große Stücke abteilen und in eine Backform mit hohem Rand setzen.

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Bei 200 Grad Celsius circa 20 Minuten backen.
In der Zwischenzeit Frischkäse, Butter, Zucker und Milch in einem Topf bei schwacher Hitze glatt rühren.
Sobald das Blech aus dem Ofen kommt, mit der Glasur großzügig übergießen.
Noch warm servieren.

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Hefeteig ist eine kleine Diva. Also stellt ihn wirklich an einen Ort, an dem es angenehm warm ist und auf keinen Fall zieht. Er lässt sich auch gut vorbereiten und geht – unglaublicherweise – auch im Kühlschrank über Nacht. Das habe ich bereits ausprobiert und es funktioniert wirklich.
Als Form eignet sich auch eine Springform, hauptsache der Rand ist schön hoch und hält die Zimtschnecken in Form.
Muscovado-Zucker ist ungereinigter, unraffinierter Rohrzucker. Er hat einen höheren Melassegehalt, was ihm einen eigenen Geschmack verleiht. Ich mag ihn, weil er ein besonders karamelliges Aroma in den Zimtschnecken ergibt. Er lässt sich aber auch problemlos durch handelsüblichen Rohrzucker austauschen.

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Lasst euch nicht vom Frischkäse in der Glasur abschrecken, das ist echt lecker und passt super dazu.
Wenn ihr etwas übrig habt, bewahrt die Reste im Kühlschrank auf. Einfach kurz in der Mikrowelle wieder erwärmen und sie sind fast so gut wie frisch aus dem Ofen.

Ich wünsche euch ein paar schöne Spätsommertage.

Auf bald
Claudia.

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