Ein guter Sonntagsbraten will Weile haben

Wie kürzlich versprochen, gibt es heute mal ein Rezept für die Fleischliebhaber unter euch. :)
Früher wurde ja jedes Wochenende aufwendig gekocht. Da kam zum Mittagessen Braten mit viel Soße, Klößen und Beilage auf den Tisch. Danach fiel die ganze Familie in einen nahezu komatösen Mittagsschlaf, um danach sogleich wieder bei Kaffee und Kuchen sich niederzulassen.

Nun, ich bin kein Mittagessen-Freund. Ich frühstücke gern spät, lang und ausgiebig. Ein kleiner Snack am Nachmittag reicht mir auf dem Weg zum Abendessen. Das darf dann aber gern ein bißchen üppiger und arbeitsintensiver ausfallen – ist ja schließlich Wochenende. :)

Roulade_Klöße (83)

Die Rinderrouladen lassen sich prima vorbereiten, so bleibt zwischendrin ausreichend Zeit zum Entspannen. Die Klöße sind die Mühe auf jeden Fall wert und schmecken um Längen besser, als die aus der abgepackten Kloßmasse aus dem Supermarkt. Na und beim Rotkraut kommt bei mir nur Mamas selbstgemachtes in den Topf. Ich frag sie nach dem Rezept und liefere es euch nach. :)

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Rinderrouladen
4 bis 6 Portionen

Roulade_Klöße (15)

6 Rinderrouladen
3 Zwiebeln
12 Scheiben Schinkenspeck
6 Gewürzgurken
6 EL mittelscharfer Senf
100 g Knollensellerie
1 Möhre
½ Stange Lauch
½ Flasche trockener Rotwein
½ Liter Rinderfond
3 EL Gurkenflüssigkeit
Butterschmalz

Knollensellerie, Möhre und Lauch putzen und in kleine Würfel schneiden.

Die Rinderrouladen abspülen, trocken tupfen und auf der Arbeitsfläche ausbreiten.
Zwiebeln schälen und längs vierteln. Gewürzgurken abtropfen lassen und längs in Streifen schneiden.
Jede Rinderroulade mit einem Esslöffel Senf bestreichen, Ränder dabei aussparen. Mit je zwei Scheiben Schinkenspeck und der Gewürzgurke belegen.
Ränder leicht einklappen und aufrollen. Mit Spießen fest stecken.
In reichlich Butterschmalz die Rouladen rundherum scharf anbraten, herausnehmen und in einen größeren Topf legen.

Im restlichen Bratfett die Gemüsewürfel ordentlich angehen lassen. Mit ein wenig Rotwein ablöschen und dann trocken braten lassen. Mit dem Rotwein so weiter verfahren, bis dieser aufgebraucht ist.

Röstgemüse

Das Gemüse und die Gurkenflüssigkeit zu den Rouladen in den Topf geben und mit dem Rinderfond auffüllen. Aufkochen und circa 90 Minuten bei kleiner Hitze vor sich hinköcheln lassen bis die Rouladen weich sind.

Die Rouladen aus dem Topf nehmen und warm stellen. Die Soße durch ein Sieb passieren, dabei auch ein wenig Gemüse mit durch das Sieb drücken. Nach Bedarf mit ein wenig Speisestärke andicken und zum Schluss mit Salz und Pfeffer abschmecken.

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Gekochte Klöße
6 bis 8 Stück

Klöße

600 g mehligkochende Kartoffeln
2 Eigelb
50 g Kartoffelmehl
30 g Butter
Muskatnuss
1 altbackenes Brötchen oder Baguette

Die Kartoffeln in der Schale weich kochen, abgießen und gut ausdämpfen lassen.
In der Zwischenzeit das Brötchen klein würfeln und in einer Pfanne in reichlich Butter kross rösten.
Kartoffeln schälen und zwei Mal durch die flotte Lotte oder die Kartoffelpresse geben.
Die Butter schmelzen und mit dem Kartoffelmehl und den Eigelben zur Kartoffelmasse geben.
Mit geriebener Muskatnuss und Salz würzen.
Den Teig gut durchkneten, so dass sich alle Zutaten richtig miteinander verbinden. Klebt der Teig zu stark, noch etwas Kartoffelmehl zugeben.
Den Teig in zwei Portionen teilen und zu dicken Rollen formen. Davon jeweils ein Stück abschneiden und zu Klößen formen. In die Mitte ein Loch drücken und ein paar Brötchenwürfel hineingeben. Kloß wieder verschließen und nochmals in den Handflächen hin- und herrollen.
In einem Topf Salzwasser aufkochen. Zurückdrehen, so dass das Wasser nur noch siedet. Die Klöße mit einem Kloßlöffel oder großen Kochlöffel vorsichtig ins Wasser geben und circa 15 Minuten ziehen lassen. Mit einer Schaumkelle herausheben und abtropfen lassen.

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In klassischen Rouladen mag ich den Speck immer nicht, deshalb habe ich ihn durch Schinkenspeck ersetzt. Das gibt gleichzeitig eine sehr schöne Würze und erspart das Salz.
Ob die Rouladen weich sind, läßt sich ganz einfach feststellen: Auf Druck mit einem Kochlöffel sollten sie sehr bereitwillig nachgeben. Wenn nicht, einfach noch eine weitere halbe Stunde köcheln lassen.
Bei den Klößen erfreuen sich die Rösteln (das altbackene, geröstete Brötchen) in meiner Familie immer größter Beliebtheit. Damit noch welche für die Klöße übrig bleiben, nehmen wir lieber gleich zwei bis drei Brötchen. ;)

Rösteln
Wirklich darauf achten, dass das Wasser nicht sprudelnd kocht, wenn die Klöße hinein gegeben werden. Es besteht sonst die Gefahr, dass sie zerfetzen. Wäre ja schade um die Arbeit.
Sollten Rouladen und Soße übrig bleiben, lassen die sich hervorragend einfrieren und schnell zubereiten, wenn mal keine Zeit bleibt.
Und wenn noch Klöße da sind, dann kann ich nur empfehlen, diese am nächsten Tag in dicke Scheiben zu schneiden, in einer Pfanne in Butter anzubraten und mit ein wenig Parmesan behobelt zu einem einfachen italienischen Gemüse zu servieren.

Klöße_2

Aber bevor es an die Resteverwertung geht, erstmal ran an die Rouladen. Viel Spaß dabei!

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